Tradomat® - meine Tradingphilosophie,  Psychologie und der Markt.

 
Um zu verstehen wie ein Tradomat so tickt, sollte man wissen wie es um die Psyche des Entwicklers bestellt ist, also welche grundsätzliche Tradingphilosophie er verfolgt, was in seinem Kopf vorgeht. Mit dem Darstellen meiner grundsätzlichen Handelsausrichtung möchte ich es Ihnen einfacher machen zu verstehen, warum ich manchmal gerade diesen oder jenen Weg einschlage, und warum meine Automaten so handeln wie sie handeln.
 
Die Settings meiner Experts hängen in großem Maße von meiner aktuellen Einstellung zum Marktgeschehen ab. Meine Meinung zum Markt ist natürlich immer sehr subjektiv und ändert sich zudem laufend. Von daher werden die Einstellungen der Tradomaten regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls angepasst.
Schon deswegen, von den technischen Gegebenheiten ganz abgesehen, geben Backtests grundsätzlich immer ein völlig verfälschtes Bild wieder, weil diese dynamischen Änderungen dort nicht möglich sind. Die Anfangssettings gelten dort immer über den gesamten getesteten Zeitraum, was in meinen Augen völlig realitätsfremd ist.
 
Nach nun mehreren Jahren Forex Erfahrung glaube ich langsam dahinter gekommen zu sein, dass das größte Hindernis für mich die gesetzten Stoploss Marken in meinen Trades waren. Rückblickend habe ich eigentlich immer nur dann Geld verloren, wenn ich einen Stoploss gesetzt habe, und dieser (natürlich!) gerissen worden ist. Ich denke ich brauche nicht zu erwähnen, dass der Kurs meist umgehend nach Reißen der Stoploss Marke wieder gedreht hat. Manch ein Leser wird sich hier sicher wiedererkennen...
 
Ein weiterer Stein in meinem internen Psychobaukasten ist meine doch eher längerfristige Ausrichtung, und mein vorsichtiges Agieren in Bezug auf die eingesetzten Lotgrößen. Ich achte also immer sehr darauf, dass ich Buchverluste problemlos auch länger aussitzen kann, und sie meine Kapitalreserven niemals wirklich in Gefahr bringen.
 
Um das weiter oben genannte Beispiel der gerissenen Stoploss Marken noch einmal aufzugreifen, möchte ich auch direkt meine persönlich oft angewandte Gegenstrategie skizzieren: 
 
Oft ist es ja so, dass wenn eine Marke gefallen ist, nicht nur der Kurs sofort wieder dreht, sondern der Expert aufgrund der vorher anstehenden Signale auch noch umgehend eine neue Order in die jetzt schon wieder falsche Richtung aufgemacht hat. Hier schlägt Murphy's Gesetz also meistens gleich doppelt zu.

An dieser Stelle neige ich dann eher dazu, die gleiche Position in die ursprüngliche Richtung noch einmal nachzukaufen und so meinen Gesamteinstand zu verbilligen. Abhängig von meiner jeweiligen Markteinschätzung und der Dynamik der Bewegung nicht unbedingt sofort, sondern gerne später und auch mehrfach. Nach meinen Beobachtungen kommt im Forex Markt der Kurs, anders als bei Aktien, fast immer wieder zumindest zum Großteil zurück, sonst würde er ja gar nicht funktionieren. Ich vermeide dabei bewußt systematische Martingalestrategien ("if you are in trouble, double!"), kaufe also meist die gleiche Größe nach wie vorher eingesetzt. Zudem handele ich poolorientiert, d.h. ich betrachte buys und sells absolut getrennt voneinander.

Das Kunststück dabei ist natürlich wie immer das richtige Timing, wobei Fehler hier durch mehr Kapitaleinsatz ausgeglichen werden können. Eine gerissene Stoploss Marke hingegen macht aus einem Buchverlust immer sofort einen realen Verlust, der auch seine psychologische Wirkung anders entfaltet und nicht verfehlt.
 
Ich vertrete die Meinung, dass nicht jede schon lange gültige und allgemeine Börsenregel, wie zum Beispiel "Kein Trade ohne Stoploss", automatisch immer richtig sein muss. Es kommt auf die grundsätzliche Ausrichtung und das eingesetzte Kapital an. Ich versuche meist ohne zu "Zocken" dem Markt langfristig Geld abzunehmen, dies ist das erklärte Ziel.
 
Unabhängig von einem aktuellen Einblick in die Marktdynamik und die Marktbewegung, habe ich auch ohne einen Blick auf den aktuellen Chart immer eine grundsätzliche Handelsrichtung im Hinterkopf, die für mich als Anhaltspunkt dient. 

Als Beispiel dazu möchte ich einmal das Paar EURo USDollar hernehmen (-PS: dies wurde Ende 2012 geschrieben!!-):
Dieser Kurs gehört für mich momentan irgendwo zwischen 1.15 und 1.55, das betrachte ich als die "große Range", und in dieser bewegt er sich ja nun auch schon seit Jahren. Liegt er aktuell unter 1.27 würde ich aus dem Bauch heraus lieber nur long handeln, liegt er über 1.43 würde ich nur short gehen, unabhängig von den anstehenden Signalen, da ich in der gewählten Richtung die größeren Chancen vermute und die Überschreitung der genannten Marken gedanklich in den Bereich der Übertreibung einsortiere. Liegt er irgendwo dazwischen, handele ich meistens beide Richtungen, je nach aktueller Signallage.
Damit bin ich in den letzten Jahren ganz gut gefahren, auch wenn es manchmal durchaus düster aussah, und ich teilweise recht hohe DrawDowns aussitzen musste, aber am Ende habe ich dann doch immer Recht behalten. Der mittlere Wert der genannten Zahlen, bei 1.35, wirkt momentan scheinbar längerfristig vergleichbar einem Magneten.
 
Wenn man das oben geschriebene nicht weiß, dann ist es sicherlich manchmal aus den Aufzeichnungen bei mxFXbook schwer nachzuvollziehen, warum der Expert in bestimmten Zeiträumen nur in eine Richtung handelt, oder unvermittelt Trades geöffnet werden (manuell), die der eigentlichen Strategie des Experts scheinbar widersprechen. In dem Moment fließen meine Gedanken zum Markt in die Strategie ein, und ich bin aktiv geworden, denn wie ich schon an anderer Stelle gesagt habe:

Automatisch Handeln zu können bedeutet nicht ausschließlich automatisch Handeln zu müssen! 

Diese Freiheit nehme ich mir ;-)!